WOLL-Schulen – Das Rivius Gymnasium in Attendorn

500 Jahre Bildung im Herzen der Hansestadt Attendorn

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WOLL Sauerland Rivius

Hallo erstmal, wir sind Hanna, Laura und Antonia und besuchen zur Zeit die Q1 des Rivius Gymnasiums. Als wir erfuhren, dass uns die Ehre gebührt, diesen Artikel zu schreiben, waren wir sofort hellauf begeistert und haben uns gleich an die Arbeit gemacht. Dadurch, dass wir nun schon seit einer gefühlten kleinen Ewigkeit auf das Rivius gehen, haben wir natürlich auch einiges zu erzählen und zu berichten und freuen uns, dieses mit Ihnen, liebe Leser, zu teilen.

Also kommen Sie mit, auf eine Reise durch das Rivius Gymnasium. Und wenn Sie nun denken, dass Sie die Schule kennen, haben Sie sich getäuscht, denn Sie werden sicher noch Dinge erfahren, von denen Sie noch nichts wussten …WOLL Sauerland Rivius

Deo Musis Patriae

Welcher Attendorner Bürger kennt diesen Schriftzug nicht? Wer einmal über den Westwall am Rivius Gymnasium vorbeigeschlendert ist und einen Blick auf das gelbe Hauptgebäude geworfen hat, sollte diesen schon einmal gelesen haben und über die lateinischen Wörter gestolpert sein.

Altmodisch und antik wirken sie, im Gegensatz zu dem Neubau, der im Ostteil der Schule entstanden ist. Und genau das ist diese besondere Mischung des Rivius Gymnasiums: Das Alte und das Neue treffen hier aufeinander. Modern und traditionell, so sind auch wir, die Rivianer. Auf eine 500 Jahre alte Historie dieser Schule blicken wir im Jahr 2015 nun zurück und können mit unseren Lehrerinnen und Lehrern ganz schön stolz auf dieses Jubiläum sein.WOLL Sauerland Rivius

Damals, im Jahr 1515, der Zeit des Humanismus und der Reformation, wurde eine Lateinschule in Attendorn gegründet. Wie auf der Internetseite der Schule nachzulesen ist, „fühlt sich das Rivius Gymnasium Attendorn seit Anbeginn dem humanistischen Bildungsideal verpflichtet – in dessen Mittelpunkt: die allseitige Bildung und Persönlichkeitsentfaltung des Menschen.“ Der Name Rivius stammt von dem Theologen und Pädagogen Johannes Rivius (1500–1553), der die damalige Lateinschule besuchte. Seit 1975 benennt sich das Gymnasium nach diesem.

So viel nun zu der Geschichte unserer Schule. Heute gibt es zwar immer noch Lateinunterricht, zum Leidwesen der Schüler, jedoch hat sich die Schule immer wieder der Zeit angepasst und präsentiert sich ständig mit neuen Ideen. Das vielseitige Angebot beinhaltet unter anderem eine Profilwahl. Hier werden die Schüler zwei Jahre lang zusätzlich zum Unterricht in den Profilen Musik, Theater und Naturwissenschaften gefördert.

Generell wird der Begriff Kreativität an unserer Schule großgeschrieben. Darunter verstehen wir zum Beispiel unsere Projektkurse in Geschichte, Deutsch, Sport und außerdem Mathe/Technik sowie den Literaturkurs, das Orchester und die alljährlichen Projekte in den Kunstkursen. Die Ideen und Anregungen der Schüler werden gerne aufgenommen und mit großem Arbeitseinsatz nahezu immer auf die Beine gestellt. Dabei bekommen die Schüler nicht nur Unterstützung von den Lehrern, sondern auch von der Schülervertretung, den Eltern und der Schulleitung. Es ist also immer ganz schön viel los an unserer Schule.WOLL Sauerland Rivius

Im Herzen der Stadt
Doch was ist das Besondere? Das Einzigartige? Das Unverkennbare an unserer Schule? Denn wenn man das alles liest, könnte auch die Rede von einer anderen Schule sein, die sich nur nicht Rivius Gymnasium nennt. Und da haben wir schon einen Punkt: Alleine der Name macht uns einzigartig, denn diesen besitzt nur ein Gymnasium auf der ganzen weiten Welt. Die lange Historie, nun schon seit 1515, ist sicher auch ein Aspekt, den man auf dieser Liste nicht vergessen sollte. Unsere Lage „im Herzen der Stadt“ macht uns natürlich besonders stolz, denn diese ist ein wichtiges Merkmal unserer Schule. Das Unverkennbare der Schüler? Haben Sie jemals vom „Bäumchensetzen“ gehört? Nein? Okay, alles was dazugehört nun zu erklären, würde zu lange dauern, aber hier stellt sich Jahr für Jahr eine interessante Eigenschaft der Schüler heraus. Diese lassen sich nämlich nicht unterkriegen und beweisen so gegenüber „der Konkurrenz“ in Form des St.-Ursula-Gymnasiums immer wieder Willensstärke, unglaublichen Mut und natürlich herausragende Kraft, dazu gesellt sich das typische Merkmal eines Gymnasiasten: dieses gewisse Etwas an Bauernschläue. Beim zweiten Mal Lesen hört sich das fast schon ein bisschen ironisch an, aber wir meinen das todernst!

Vielleicht wundern Sie sich schon, dass noch kein schlechtes Wort über einen Lehrer gefallen ist. Doch wir können diese auch allgemein nicht kritisieren, schließlich unterrichten uns viele junge Lehrerinnen und Lehrer – obwohl dies nicht nur Vorteile hat. Für die sind wir nämlich oft die „Versuchskaninchen“ für irgendwelche neuen Lernmethoden, die diese gerade frisch von der Uni mitbringen. Die älteren Lehrer sind da hingegen entspannter und „cooler“. Doch wir mögen sie alle, denn sie begleiten uns ja auch ein ganz schön langes Stück unseres Lebens und bereiten uns auf die Zeit nach der Schule vor.

Schaut man sich nun das aktuelle Geschehen am Rivius Gymnasium an, stellt sich auch eine Weltoffenheit heraus, die besonders durch das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unterstützt wird. Dies kann auch beim alljährlichen Citylauf bewundert werden, wenn wir Rivianer mit dem Logo dieses Projektes auf dem Rücken über den Wall laufen. Zudem beschäftigt die Schule auch die aktuelle Flüchtlingskrise, wodurch das Rivius verpflichtet ist, Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. Verpflichtet hört sich in diesem Fall zu negativ an, denn wir schätzen auch die Bereicherung, die diese Schüler mit sich bringen. Zudem warten wieder neue Aufgaben auf Schüler, Eltern, Lehrer und die Schulleitung, sodass der Schulalltag neue Herausforderungen an diese stellt und zu einer Menge Abwechslung führt. Alle sind hier gefragt und jeder muss anpacken, um so eine gute Atmosphäre zu gewährleisten.

Um noch einmal auf Johannes Rivius zurückzukommen: Dieses Jahr ist, wie Sie bestimmt auch schon aus der Presse mitbekommen haben, ein ganz besonderes Jahr für unsere Schule. Schließlich feiern wir ein 500-jähriges Jubiläum. Und damit meinen wir so richtig feiern. Alles begann mit einem Festgottesdienst, darauf folgten drei Projekttage, an denen den Schülern die Geschichte unserer Schule nahegebracht wurde, gekrönt wurden diese mit dem Festakt, an dem uns der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert besuchte. Es gab ein Klavierkonzert von einem ehemaligen Rivianer und als Letztes steht nun noch der Herbstball an, der am Freitag, dem 20. November stattfindet. 2015 war und ist ein äußerst spannendes und aufregendes Schuljahr für alle Beteiligten.
Auch wenn man in den Medien immer viel Negatives hört, was die Schulen und die Bildung angeht, wie z. B. die Inklusion, der Lehrermangel und die Flüchtlingskrise, die auch die Schulen betrifft, sind wir zuversichtlich, dass wir gemeinsam als Schule diesen Herausforderungen gewachsen sind und das Beste aus der Situation machen. Natürlich gibt es auch Ängste und Sorgen, besonders in der Schülerschaft, doch wir arbeiten hart daran, diese abzubauen und dem positiv entgegenzuwirken.

Was bleibt am Schluss noch zu sagen?
Wir sind eine Schule, die durch den starken Willen der Schüler, den Einsatz der Lehrer und Eltern und die stetige Zuversicht der Schulleitung geprägt ist. Außerdem sind wir nicht irgendeine Schule, sondern eine besondere Schule, das Rivius Gymnasium, mit einer Geschichte, die von Kriegen, Revolutionen und Entwicklungen beeinflusst wurde.

Was wird die Zukunft bringen?
Wir hoffen natürlich auf weitere 500 Jahre und noch länger und wünschen unserer Schule alles Gute zum Geburtstag; ein so langes Bestehen schafft schließlich nicht jede Schule. Weiterhin vertrauen wir darauf, dass der Zusammenhalt des Gymnasium erhalten bleibt und wir nicht auseinander gebracht werden. Wir sind auf jeden Fall stolz auf unsere Schule und wollen definitiv nicht, dass sie sich ich irgendeiner Weise verändert und ihre typischen Charakteristiken verliert.

Kommen wir nun noch zur Auflösung des Titels. Wissen Sie noch von ihrem Lateinunterricht, was diese Wörter bedeuten, oder sehen Sie nur irgendwelche Hieroglyphen vor sich? Wir mussten selbst erst einmal nachfragen, obwohl unser Latinum nur ein paar Monate zurückliegt. Deo Musis Patriae bedeutet für Gott, für die Muse, für das Vaterland. Was jeder Einzelne in unserer Zeit aus diesem Schriftzug herausliest, bleibt jedem selbst überlassen …

von L. Tesche, H. Schmidt und A. Drixelius [Text] und K. Noltenhans [Titelfoto]

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