Klara Otte

Erinnerung an eine engagierte Frau

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WOLL Sauerland Klara Otte
Klara Otte im Jahre 1990

Alteingesessene werden sich gut an Klara Otte erinnern, war sie doch eine schillernde Persönlichkeit in der Geschichte der Hansestadt. Die Dame starb hochbetagt im Jahr 2002. Engagiert, meinungsstark und resolut, warmherzig und bescheiden ist sie ein Vorbild für soziales Engagement. 1992 wurde ihr dafür das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Viel bemerkenswerter aber ist die Tatsache, dass sie auch den Ehrenring der Stadt trug – als bisher einzige Person, die nicht aus Politik und Verwaltung kommt. Auf dem heutigen Gebiet der Stadt Attendorn wurde der Ehrenring bisher 20 Mal vergeben, davon an nur zwei Frauen: 1993 an SPD-Ratsmitglied Anita Hüsing († 1994) und 2000 an Klara Otte.

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Das Wohnhaus von Klara Otte, die ehemalige Villa Biggen.

Klara Kreuzmann wurde 1910 in Letmathe geboren. Mit 27 Jahren heiratete sie den Heggener Franz Otte († 1985) und zog mit ihm die alte Villa in Biggen, wo sie bis wenige Monate vor ihrem Tod lebte. Dort kümmerte sie sich bedingungslos um die von der Stadt dort angesiedelten ausländischen Mitbürger: Zuwanderer aus aller Herren Länder, unterschiedlicher Nationalität und Religion, Asylbewerber, Aus- und Übersiedler. Für zwei schwarzafrikanische Studenten machte sie ihre eigene Wohnung zu einem Zuhause in der Fremde.

Nächstenliebe war ihre Triebfeder, menschenverachtendes Handeln ein Greul. Zupackend, zielsicher und energisch war sie Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen, unterstützte und riet wo sie konnte, sorgte für Ordnung und Frieden und gab Hilfe zur Selbsthilfe. „Die gute Fee der Abgeschobenen“, so titelte die Tageszeitung, als ihr der Ehrenring verliehen wurde.

Klara Otte starb im Alter von 92 Jahren. Sie begleitete vier Söhne ins Leben und hat zwölf Enkel. Zudem hinterließ sie ihre Tagebücher – täglich machte sie Notizen – sowie mit ihrem Tun eine Botschaft: Man kann an den Problemen verzweifeln. Oder sich engagieren – und die Welt ein klein wenig besser machen.

von B. Engel [Text] und Franz-Josef Otte [Fotos]

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