Laura Teschner ist die einzige Tubistin im Kreis Olpe

Eine Tuba auf die Schulter tätoviert

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Laura Teschner zeigt ihre Liebe zur Musik.

Wie äußert sich Liebe zur Musik? Singen unter der Dusche? Ein eingeschaltetes Radio, wann immer es möglich ist? Laura Teschner bringt ihre Liebe zur Musik auf andere Art zum Ausdruck. Die 23-Jährige ist die einzige Tubistin des Kreises Olpe.

Als äußeres Zeichen ihres Lieblingshobbys hat die Rettungsassistentin eine Tuba auf der Schulter tätowiert und einen Notenschlüssel auf dem Fuß. Doch jetzt erstmal der Reihe nach.

Der Saal im Schreibershofer Pfarrheim ist bei der wöchentlichen Probe der Musikfreunde Schreibershof vollbesetzt. 67 Musikerinnen und Musiker lassen ihre Instrumente nach der Taktvorgabe von Rainer Wolnizcak erklingen. Vom Eingangsbereich aus etwas schlecht zu sehen verschwindet Laura Teschner förmlich hinter ihrem großen Blasinstrument. Wer die zierliche junge Frau erspäht, wird sich fragen, wie sie es schafft, so viel Luft in das tiefe Blech zu pusten, dass es auch noch klingt und die Klangvielfalt des Orchesters vollendet.

Laura Teschner hat eine einleuchtende Erklärung parat: „Luftübungen sind wichtig. Bei Konzerten und Auftritten muss man die Luft am Strömen halten.“ In Anbetracht des Gewichts ihrer Tuba, etwa neun Kilogramm, räumt die 23-Jährige ein: „Nach einem zweistündigen Festzug weiß man, was man getan hat.“

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DIe Vorbereitungen zum 125-jährigen Bestehen der Musikfreunde Schreibershof im Jahr 2017 laufen bereits.

Ihre musikalische Karriere begann Laura Teschner bei den Jungen Musikfreunden. Mit dem Musik-Virus wurde sie von ihrem Bruder Nico und ihrem Patenonkel Klaus Michael Becker, der in Insiderkreisen als „Onkel Tuba“ bekannt ist, infiziert.
Nach den musikalischen Anfängen mit dem Baritonhorn war ihr schnell klar, dass sie so ein „Piepsding“ nicht auf Dauer spielen möchte. Laura Teschner wurde auf der Tuba zunächst von Stefan Seibt unterrichtet. Ihm folgten im Kreis Olpe bekannte Tubisten wie Michael Drucks und Daniel Ridder, die beide Musiker in Heeresmusikkorps sind und sich auch als Solisten einen Namen machten. Vor einigen Jahren erntete Laura Teschner selbst jede Menge Applaus bei ihrem Solo „Knurrhahn“. Doch im Mittelpunkt zu stehen ist ihr nicht wichtig. Das tut sie eh schon – als einzige Frau in der Männerdomäne.

Bei den Musikfreunden Schreibershof liegt die Frauenquote bei bemerkenswerten 30 Prozent. Erwähnenswert ist auch, dass das Orchester mit sechs Tubisten im Vergleich zu anderen Musikvereinen gut besetzt ist und nicht auf Aushilfen zurückgreifen muss. Die Musikfreunde gehören zu den Traditionsvereinen im Kreis Olpe und feiern im Jahr 2017 ein dreifaches Jubiläum: 125 Jahre Vereinsgeschichte, 25 Jahre Junge Musikfreunde und ein Vierteljahrhundert Dirigententätigkeit von Rainer Wolniczak.

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Dirigent Rainer Wolniczak

Der gebürtige Bayer wurde 1978 ins Ausbildungsmusikkorps Hilden aufgenommen, studierte an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, war Mitglied des Bundeswehrmusikkorps Siegburg und des Heeresmusikkorps Gießen, dirigierte das Siegener Blasorchester und seit 1992 die Musikfreunde Schreibershof. Wie bei den Musikern ist auch bei Rainer Wolniczak die Liebe zur Musik groß. Und das Zwischenmenschliche im Orchester stimmt einfach, woll?

 

von Nicole Voss [Text], Nicole Voss [Foto] und privat [Foto]

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