50 Jahre Wassersportverein Biggesee

Ein Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden Peter Enders

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Der Vorstand des WSVB im Jubiläumsjahr

Im Jahr 1964, noch vor dem Einstau des Biggesees, wurde von einigen Segel-Enthusiasten der Wassersportverein Biggesee gegründet. Ein Zuhause fand man in der Höhe von Bruchwalze an der Sonderner Talbrücke. Im August wurde das goldene Jubiläum mit einem großen Festwochenende gefeiert. WOLL hat den Vorsitzenden Peter Enders getroffen und nachgefragt, wie es dem WSVB denn so geht.

WOLL: Hallo Peter! Du bist seit 2001 Vorsitzender des WSVB. Was ist daran Segen, was Fluch, was eventuell Last?
Segen ist die harmonische Zusammenarbeit im Vorstand und die hohe Akzeptanz seitens der Mitglieder. Fluch ist die Arbeit im Detail. Die vielen Regularien und die gesamte Verwaltungsarbeit, die auf einen Verein heutzutage zukommen. Letztlich aber überwiegt der Segen deutlich. Und solange das so ist, bin ich zufrieden.

WOLL: Du hast also das gute Gefühl, dass die Arbeit auch honoriert wird!
Das Gefühl habe ich immer wieder. Sei es durch die Reflexion meiner Vorstandskollegen oder gerade jetzt mit dem Jubiläum, für das sich viele Mitglieder auch persönlich bei mir bedankt haben. Das zeigt, dass die Arbeit des Vorstandsteams anerkannt wird.

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Der Biggesee: faszinierendes Segelrevier direkt vor der Haustür

WOLL: Denkt man nach 13 Jahren manchmal daran, seine Kapitänsmütze an den Nagel zu hängen?
Das wird sicherlich irgendwann kommen. Wir haben jetzt schon einige Steuerleute, die das Kapitänspatent haben und mich ablösen könnten.

WOLL: Euren Geburtstag habt ihr mit einem außergewöhnlichen Wochenende gefeiert. Dein Fazit?
Hinsichtlich der Arbeit ging es schon an die Schmerzgrenze. Wir wollten Highlights für drei verschiedene Zielgruppen setzen, für alle unsere Mitglieder, alle Segler und Freunde sowie Partner am See. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

WOLL: Wie war die Segelsaison in diesem Jahr?
Der Wasserstand ist derzeit noch verhältnismäßig gut. Wir hatten in anderen Jahren im August oft große Uferflächen frei liegen. Und auch die Beteiligung an den Regatten war gut. Ansonsten macht jeder Segler aus der Saison das, was ihm möglich ist.

WOLL: Wenn das Jubiläum gelungen ist und man sich im Großen und Ganzen auch nicht über das Wetter beschweren kann, gibt es sonst noch Höhepunkte?
Die Jugendarbeit in diesem Jahr mit über 20 Kindern, die den Jüngstensegelschein gemacht haben. Und auch die Abschluss-regatta und der Westfalenpreis, die jetzt im September gelaufen sind bzw. laufen, mobilisieren immer wieder viele Segler. Zudem haben wir viel im Hafen und an den Stegen getan. Im Rückblick können wir dann sicher sehr zufrieden sein.

WOLL: Wie sieht die Jugendarbeit bei euch aus?
Wir setzen in unserer Philosophie auf Breitenarbeit. Dabei fördern wir ebenso Talente mit externen Trainern und Lehrgängen. Wichtig ist aber, dass auch die Kinder, die nicht zu Stars werden wollen, Spaß am Segeln haben. Zumal es nicht ganz einfach ist, wenn ein Achtjähriger im Optimisten, der kleinsten Bootsklasse, über den See fährt und der Wind mal heftiger wird oder das große Biggeschiff kommt. Wer das bewältigt, nimmt für sich selbst und seine Persönlichkeit schon ein gewisses Pfund mit.

WOLL: In den 50 Jahren gab es nur drei Vorsitzende …
Josef Ottersbach hat den Verein gegründet und eine super Arbeit gemacht. Gerd Knippschild hätte die 25 Jahre sicher auch noch vollgemacht, ist dann aber in Ruhestand gegangen und nach Dänemark gezogen. Die Kontinuität erklärt sich dadurch, dass das Team passt, die Leute, die zuarbeiten, eine tolle Arbeit machen und so der Vorsitzende nicht zu sehr belastet wird. Das galt in all den Jahren.

WOLL: Trotzdem ist der Posten des 1. Sportwartes seit 2013 vakant.
Bei uns betreut der 2. Vorsitzende den Bereich Sport mit. Das macht Rolf Kantelhardt mit enormem Engagement und großem Know-how. Simon Hunold, 2. Sportwart, ist ein absoluter Regattaspezialist und ausgebuffter Wettfahrtleiter. Die Zusammenarbeit der beiden ist eine tolle Kombination und klappt super. Ein 1. Sportwart müsste ein hohes Maß an Qualifikation mitbringen. Aber das wird sich klären. Wir haben schon jemanden im Visier.

WOLL: Deine Eltern waren schon Mitglieder im WSVB. Was ist dir von all den Jahren in Erinnerung geblieben?
Die Jugendarbeit von Heinz Diefenbach, der einen hervorragenden Job gemacht hat. Er hat nicht nur Neustarter ausgebildet, sondern den Jugendlichen insgesamt viel Kenntnis und Team-geist mitgegeben. Dann natürlich die enorme Aufbauarbeit des Arbeitsdienstes. Und ganz besonders die vielen Törns auf der Ostsee, in Holland oder im Mittelmeer. Mit geringsten Mitteln, voll besetzten Booten und viel Kameradschaft. Eine entscheidende Rolle hat im WSVB auch immer die Unterstützung unserer Damen gespielt, ob durch kräftiges Mitanpacken oder das Mittragen und die Regie im Hintergrund.

WOLL: Tatsächlich sind in der Vorstandsetage des WSVB die Frauen recht spärlich vertreten.
Mit Eike Vetter und Fiete Budde hatten wir mal eine stärkere Besetzung an Damen. Im Moment sieht es recht dünn aus. Vielleicht können wir das in Zukunft wieder ausgleichen.

WOLL: Was macht den WSVB heute aus?
Der WSVB ist ein Segelclub, der genau die richtige Größe hat, eine vernünftige Mitgliederstruktur, solide Finanzen und eine gute Gemeinschaft, in der jeder jedem hilft.

WOLL: Was könnte noch besser laufen?
Die Beteiligung an den Regatten lässt zum Teil nach. Da tut es einem manchmal leid, dass nicht mehr Segler am Start sind. Sicherlich ist es mitunter auch eine Frage des Wetters, aber dennoch nicht ganz fair gegenüber denjenigen, die alles mit Mühe vorbereiten.

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In 50 Jahren gab es mit Josef Ottersbach, Gerd Knippschild und heute Peter Enders (Foto) drei Vorsitzende.

WOLL: Am Biggesee gibt es fünf Segelclubs. Gibt es Synergien, die man nutzen könnte?
Das Thema Ausbildung wird immer schwieriger, wir haben zu wenig Ausbilder am See. Die Qualifikationsanforderungen sind enorm nach oben geschraubt worden. Dazu kommt, dass es ja auch keine Segelschule mehr gibt. Weitere Synergien könnte man im Bereich Regatten nutzen, um auch das Team und die Wettfahrtleiter zu entlasten. Auch in der Jugendarbeit müssen wir zusammenarbeiten.

WOLL: Bald kommt der Winter. Schläft der WSVB dann?
Er schaltet zumindest zurück. Das Tempo vom Sommer kann kein Vorstand aushalten. Bis Ende des Jahres gibt es noch Nacharbeiten, im Januar beginnt die Vorbereitung für die nächste Saison. Und die Mitglieder nutzen die Zeit, um an ihren Booten zu arbeiten oder Pläne zu schmieden.

WOLL: Was fasziniert dich am Segeln persönlich?
Dass man loslassen kann und Ruhe findet, verbunden mit sportlicher Aktivität und der Auseinandersetzung mit Wasser, Wind und Wetter. Und auch das Kennenlernen fremder Reviere.

WOLL: Was wünscht du dir für den WSVB?
Zufriedene Mitglieder, eine weiter gute Zusammenarbeit im Vorstand und immer wieder Aktive, die bereit sind, mit an Bord zu kommen, um Vorstandsarbeit zu leisten.

WOLL bedankt sich herzlich für das Gespräch, wünscht dem WSVB alle Gute und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

WOLL Magazin Biggesee Ausgabe 7 aus der Druckerei von FREY PRINT + MEDIADiese und weitere interessante Geschichten lesen Sie in der Herbst-AUSGABE 2014 unseres Magazins
WOLL – RUND UM BIGGESEE UND LISTERSEE

 

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