Eine Radfahrt von der Ruhr an die Sieg

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WOLL Sauerland Fahrradweg
Die Unterstützung durch den Elektromotor ermöglicht heute auch generationenübergreifenden Spaß an einer Radtour. Der „Lennestädter WOLL-Mann“ Wolfgang Klein und André Clemens von Clemens Bike Shop erklimmen mühelos gemeinsam eine Steigung.

Vor einigen Wochen wurde der Ruhr-Sieg-Radweg, der Meschede mit Kirchen an der Sieg verbindet, in Finnentrop offiziell eröffnet. Damit ist ein Projekt bis auf wenige kleine Etappen fast abgeschlossen, das über etliche Jahre hinweg verwirklicht wurde. Wir haben die 115 Kilometer lange Route einmal unter die Räder genommen und dabei eine ausgesprochen schöne Ausfahrt erlebt. Auffällig sind die fast immer gemäßigten Anstiege, denn der Weg folgt über viele Kilometer den ehemaligen Bahnlinien von Wennemen bis Finnentrop und von Rothemühle nach Freudenberg und weiter. Mit einem Pedelec, also einem E-Bike, das das Treten großzügig unterstützt, sowie einem Twenty-Niner, einem Mountainbike der neueren Generation mit 29-Zoll-Rädern, haben wir uns auf den Weg gemacht. Die beiden Bikes, made in Germany bei Stevens in Hamburg, haben sich dabei bestens bewährt.

WOLL Sauerland Fahrradweg
Bei Olpe kann man neben der Bahn mitten durch den Biggesee radeln!

Mit „WOLL“-Mann Wolfgang Klein, dem Herausgeber des WOLL-Magazins für Lennestadt, Finnentrop & Kirchhundem, und André Clemens vom Clemens Bike Shop in Lennestadt-Borghausen starten wir in Meschede und radeln entlang der alten Straße nach Arnsberg bis Wennemen, wo wir auf die ehemalige Eisenbahntrasse einbiegen. Einige Brücken sind dort erneuert worden und wir passieren die Ruhr, um uns in Richtung Wenholthausen zu orientieren. Immer wieder begegnen wir der Wenne, diesem funkelnden Flüsschen, das mit großem Aufwand in seinem schönen Tal renaturiert worden ist. Diese ganze Etappe lässt sich gut auch ohne E-Motor bewältigen. Hinter dem sehenswerten Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe steigt der Weg nun konstant an, jedoch immer nur so, dass er vor 100 Jahren auch von einer Dampflok bewältigt werden konnte. Nach sechs Kilometern erreichen wir den fast 700 Meter langen Kückelheimer Tunnel, der als „Fledermaustunnel“ weithin bekannt geworden ist. Dahinter, ab Fehrenbracht, geht es über 15 Kilometer fast ausschließlich bergab bis Lenhausen, dann halten wir uns links bis Finnentrop und von dort geht es weiter nach Attendorn. Lediglich bis Heggen muss man einige Meter Straße fahren, aber auch dieser Abschnitt soll bald fertig werden. Besonders schön gestaltet sich die Passage am Ahauser Stausee entlang, zu Füßen der Burg Schnellenberg hindurch und von dort an die Biggebrücke in Attendorn. Dahinter klettert der Weg bald in Serpentinen hinauf auf das Niveau des Biggedamms, über den wir uns nun in Richtung Olpe bewegen. Allerdings kann man sich an dieser Stelle entscheiden, welche Seite des Sees man wählen möchte. Links herum, unterhalb der Ruine Waldenburg, ist man bald fernab von jeglichem Verkehr, muss dafür aber auch für lange Kilometer auf Möglichkeiten der Einkehr verzichten. Wir entscheiden uns für das rechte Ufer und passieren auf dem Damm das Leuchtturm-Café. Bald erreichen wir den Kraghammer Sattel und der Weg steigt parallel zur Staße etwas an. Schließlich jedoch ist die Höhe über dem Schnütgenhof erreicht – und wieder wird man mit wunderbaren Aussichten über den Biggesee belohnt. Wir radeln gemütlich über den Sonderner Kopf, passieren kurze Zeit später die Q-Bar und fahren weiter nach Eichhagen, bevor wir uns wiederum entscheiden müssen: Wollen wir vor oder hinter dem Vorstaubecken Olpe erreichen? Beide Wege haben ihren Reiz und werden am Olper Bahnhof wieder zusammengeführt. Fast eben geht es nun weiter über Gerlingen bis zum Museum Wendener Hütte, dann steigt bald hinter Rothemühle der Weg an und wir erreichen hinter Römershagen den Hohenhainer Tunnel, auf dessen Rückseite es bergab geht bis nach Freudenberg. Über Niederfischbach ist bald in Kirchen die Sieg erreicht.

Unser Fazit: Mit dem Stevens E-Bike ist es überhaupt kein Problem, die 115 Kilometer an einem Tag abzuradeln, ohne dass es stressig wird. Man kann natürlich auch den Weg noch viel bequemer in genussvolle Etappen aufteilen. Zahlreiche Gasthöfe liegen daran oder in nächster Umgebung und auch die Parkplatzsituation ist mehr als ausreichend, wenn man sein Fahrrad für die Anreise auf das Auto geschnallt hat. Außer dem Teilstück von Finnentrop nach Heggen ist der Weg vollkommen abgesichert, aber auch hier ist bald Entwarnung zu erwarten. Gut trainierten Radfahrern ohne elektrische Unterstützung gelingt die Tagesfahrt ebenso gut. Besonders herausstreichen kann man dabei die Charakteristik der 29-Zoll-Räder. Ist man damit einmal im Schwung, lassen sich erstaunlich leicht auch große Distanzen überwinden, selbst mit den singenden Stollen der Geländebereifung: Das ist eine wirklich neue Erfahrung. Ansonsten schielt man schon bald auf die nächsten Anschlussmöglichkeiten. Den Bergischen Panorama-Radweg bis hin zur Balkantrasse bei Wuppertal, den Sauerland-Radring, die Sieg-Route bis an den Rhein, die Veloroute am Rhein von Bonn bis Duisburg, von dort wieder die Ruhr hinauf und so weiter: Mit einem vernünftigen Rad gibt es eine Menge zu entdecken!

Text/ Fotos: Achim Gandras

WOLL Magazin Biggesee Ausgabe 7 aus der Druckerei von FREY PRINT + MEDIADiese und weitere interessante Geschichten lesen Sie in der Herbst-AUSGABE 2014 unseres Magazins
WOLL – RUND UM BIGGESEE UND LISTERSEE

 

Das Magazin liegt in vielen Verteilstellen Geschäften, Gastronomiebetrieben, Banken, Sparkassen, Bäckereien und in den Rathäusern rund um den Biggesee aus und ist kostenlos erhältlich.

Eine Übersich der Verteilstellen finden Sie unter woll-magazin.de

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