Leben und überleben im Ersten Weltkrieg

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Rund 40 Personen waren der Einladung des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn e.V. gefolgt und hatten sich zum Vortrag „Fotografien von Front und Heimatfront – Der erste Weltkrieg in Bildsammlungen aus Westfalen“ von Prof. Dr. Markus Köster versammelt.

Gabriele Schmidt vom Attendorner Heimatverein gemeinsam mit Prof. Markus Köster, Leiter der Medienstelle des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster.
Gabriele Schmidt vom Attendorner Heimatverein gemeinsam mit Prof. Markus Köster, Leiter der Medienstelle des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster.

In seiner Einführung zeigte Dr. Köster zunächst Fotos der eigenen Attendorner Vorfahren, die als Soldaten in den 1. Weltkrieg gezogen waren. Dann machte er exemplarisch anhand von offiziellen Portraitaufnahmen von Soldaten, aber auch von Liebespostkarten und von Fotografien Kriegsgefangener die Vielfalt der im 1. Weltkrieg in Umlauf gebrachten Fotos und Postkarten deutlich. Diese Aufnahmen hatten allesamt eines gemeinsam: sie zeigten nicht die hässliche Seite der Kriegshandlungen, keine toten, verstümmelten und verwundete Soldaten und Zivilisten, sondern dienten allein dem Zwecke der Kriegspropaganda. Einen anderen Charakter dagegen hatten die privat gemachten Aufnahmen. Seit Beginn der Kriegsfotografie im Jahr 1855 und der Einführung der Kodak Camera waren die Soldaten in der Lage, Fotos direkt an der Front zu machen.

Die vier von Dr. Köster ausgewerteten Bildsammlungen der aus Westfalen stammenden Soldaten Richard Schirrmann, Bernhard Mangels, Dr. Joseph Schäfer und Hermann Goldbecker zeigten Bilder aus dem Alltag an der Front; von beengten und dreckigen Unterkünften, und mehr als einmal erkannte man am Gesichtsausdruck der abgelichteten Personen die Hoffnungslosigkeit und die seelischen Nöte der Soldaten. Interessante Einblicke gab es auf den Fotos der Heimatfront: Lastenträgerinnen am Bahnhof, der Betrieb der Kriegsküchen und eine Gruppe von Schaffnerinnen am Bahnhof zeigten, dass auch im 1. Weltkrieg Frauen die Arbeit der Männer übernahmen, um zuhause den Alltag aufrecht zu erhalten. Insgesamt war es ein hochinteressanter und sehr informativer Vortrag, den die Zuhörer gebannt verfolgten. Im Anschluß gab Prof. Dr. Köster noch einen Einblick in die  Arbeit des Medienzentrums des LWL in Münster, deren Leitung er seit Jahren inne hat.

Dazu gibt es beim LWL interessantes Material:

https://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-LMZ/ueber_uns/filmportal/#rahmen

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