Handtaschen-Weitwurf-WM im Movie Park Germany

Man muss auch loslassen können

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WOLL Sauerland

Eine Weltmeisterschaft, bei der die Handtaschen fliegen. Eine verrückte Idee! Noch nie zuvor hatte ich von so einer WM gehört. Der Sauerländer René Klöß hat WOLL darauf aufmerksam gemacht. Also fuhren wir am 2. August zum WM-Austragungsort in den Movie-Park Germany. Was da wohl auf uns zukommen mochte? Hoffentlich keine Handtasche!
Es begann mit einer Parade der landestypisch kostümierten Teilnehmenden aus mehr als 20 Ländern: die österreichische Mannschaft in Dirndl und Lederhose, die deutsche in schwarz-rot-goldenen Trikots und die des Vatikans … als goldgewandete Engel. Der Auftakt der WM: ein buntes, multikulturelles Spektakel.

Nach der Parade wurde die Reihenfolge bekannt gegeben, in der die Mannschaften gegeneinander antraten. Als 17. war Deutschland und somit auch unser Sauerländer René Klöß an der Reihe. So gelang vor seinem großen Wurf noch ein Interview mit dem ehemaligen Störmecker. Die wichtigste Frage, die uns auf der Zunge brannte: Was hat es mit der Handtaschen-Weitwurf-WM – kurz HTWWWM – überhaupt auf sich?

Worauf es beim Handtaschenwurf ankommt
„Es ist eine Mischung aus Spaß und Ernst, die mich jedes Jahr erneut dazu bewegt, mitzumachen“, so Klöß. „Dafür mussten einige Übungshandtaschen ihr Leben lassen. Vor allem der Henkel reißt oft ab.“ Für die WM hat der sportliche Sauerländer deshalb ein ganz besonderes Modell gewählt: klein, kompakt, mit idealen Flugeigenschaften und robustem Henkelchen, geschmückt mit einem Puschel in Schwarz, Rot und Gold. Die Handtasche ist für den Handtaschen-Weitwerfer eben das, was für den Fußballer seine Schuhe sind. „Es geht aber nicht nur um Weite“, erklärt Klöß, „sondern auch um Eleganz und ein stimmiges Outfit, wofür Extra-Punkte vergeben werden.“
Die HTWWWM ist außerdem eine Veranstaltung im Sinne der Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Ob Mann, Frau, bisexuell, schwarz oder weiß, jeder darf mitmachen. Und das hat sich weit herumgesprochen. Jeder darf für sein Lieblingsland antreten. Viele Mannschaften kommen aber auch tatsächlich von weither angereist. Nicht nur aus Holland und Österreich, sondern auch aus Amerika.

Zwischen Eleganz und Technik
Beim Zusehen wurde uns schnell klar: Hier fiebert man mit! Jede Sportlerin und jeder Sportler aus einer Mannschaft hat einen Wurf mit der eigenen Tasche. Dabei versucht man, die Tasche möglichst weit nach vorne zu werfen. Und möglichst grazil, das gibt Extrapunkte. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einen stoßen die Tasche kräftig nach vorne, die anderen kurbeln oder haben eine ganz eigene Wurftechnik entwickelt.
Klöß kurbelt am liebsten. In diesem Jahr wollte er damit den zweiten WM-Stern ins Sauerland holen und nach Möglichkeit auch den Weltrekord. Leider hat es nicht ganz geklappt. Der Weltrekord von 24,21 Metern wurde diesmal von der finnischen Mannschaft mit ganzen 30,95 Metern geknackt. Der Weltmeistertitel ging dieses Jahr an Österreich, dicht gefolgt von Frankreich. Deutschland wurde Dritter; Klöß und seine Mannschaft feiern dennoch, als wären sie Erste geworden. Die Hauptsache ist eben immer noch der Spaß an der verrückten Sportart. „Nächstes Jahr“, so die Deutsche Nationalmannschaft, „gibt es eine Revanche.“ Nächstes Jahr steht dann vielleicht wieder ein Sauerländer auf dem Siegertreppchen.

Text: Denise Fischer, Fotos: Heike Schulte-Belke

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