Stoppelfeldrennen in Drolshagen geht in die elfte Runde

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WOLL Sauerland Stoppelfeldrennen
Front- und Heckantrieb, Allradantrieb, Eigenbau und Damen: In Drolshagen kämpfen die Teilnehmer beim Stoppelfeldrennen in vier Kathegorien um die begehrten Trophäen.

Laute Motoren, qualmende Auspuffrohre, jede Menge PS und Adrenalin – im beschaulichen Drolshagen geht’s im Herbst wieder heiß her. Wenn die Trecker die Ernte auf den Feldern oberhalb des Gewerbegebiets Sengenau eingefahren haben, machen die Landmaschinen Platz für Boliden der besonderen Art: Auf Einladung des Ackersprinter Motorsportvereins kämpfen Motorsportfreunde aus dem gesamten Umland um die begehrten Trophäen beim Drolshagener Stoppelfeldrennen.

„Das Stoppelfeldrennen ist mittlerweile fester Bestandteil des Drolshagener Veranstaltungskalenders“, weiß Frank Ackerschott, Vorsitzender des Ackersprinter Motorsportvereins und Initiator des rasanten Wettbewerbs, der in diesem Jahr bereits zum elften Mal ausgetragen wird. Die Leidenschaft für alte Karossen und starke Motoren hat der 44-Jährige schon in seiner frühen Jugend entdeckt. „Damals fanden ähnliche Rennen in Frenkhausen statt. Leider hatte ich zu der Zeit noch keinen Führerschein, sodass ich dort nicht an den Start gehen konnte“, erinnert sich der selbstständige Heizungsbauer aus Sendschotten. Die Passion für diese unkonventionelle Art des Rennsports hat er sich über die Jahre hinweg bewahrt, sodass im Jahr 2003 schließlich feststand: „Jetzt wird ein eigenes Stoppelfeldrennen organisiert!“ Ein passendes Feld war schnell gefunden – das stellte Schwiegervater Ludger Lütticke-Schmelzer bereit. „Den musste ich nicht lange bitten, der ging kurzerhand selbst mit an den Start“, lacht Frank Ackerschott. Wen wundert’s da, dass auch Ackerschotts Sohnemann Florian schon im zarten Alter von neun Jahren Feuer und Flamme für den Rennsport ist? „Zum achten Geburtstag habe ich ein eigenes Stop-pelfeldfahrzeug bekommen“, erklärt der Filius stolz. Mit dem umgebauten Renault Twingo – verlängerte Pedale inklusive – ist er im vergangenen Jahr die Eröffnungsrunde gefahren.

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Pferdestärken und Adrenalin: Alles andere als zimperlich wird es auch beim diesjährigen Stoppelfeldrennen zugehen, das voraussichtlich am 4. Oktober 2014 stattfindet.

Die warmen Sommertage sind längst passé, aber in den Garagen der Stoppelfeldfreunde wird’s jetzt erst richtig heiß. Da wird geschraubt, geschweißt, lackiert und geflext, was das Zeug hält. Auch in Attendorn-Lichtringhausen glüht der Lötkolben: Der 25-jährige Sebastian Lübke hat sich in der geräumigen Doppelgarage seines Vaters eine eigene Schrauberwerkstatt eingerichtet, um seinen Audi 80 V6 Quattro fit für den Drolshagener Acker zu machen. „Den Audi hatte ich mir ursprünglich als Winterauto zugelegt, jetzt muss er stattdessen seine Dienste auf dem Drolshagener Acker tun“, erklärt der Metallbauer schmunzelnd. Vom Ursprungsmodell ist heute nur noch wenig zu sehen: Eine große, selbstgeschweißte Karosserie beherbergt lediglich noch den Motor und die Achsen des Audi 80. „Ich habe mir extra eine Plattform gebaut, auf der ich meine Stoppelfeldfahrzeuge baue. Dastecken jedes Jahr rund 200 bis 250 Arbeitsstunden drin“, so der Schrauber, der in diesem Jahr schon zum fünften Mal in Drolshagen an den Start geht. Mittlerweile bekleidet er zudem das Amt des zweiten Vorsitzenden bei den Ackersprintern. Beim Rennen immer mit dabei: Sebastians Freundin Laura Hanfland. Wer nun denkt, die 24-Jährige stünde gemütlich am Rande des Ackers, um ihren Freund anzufeuern, liegt gewaltig daneben – Laura sitzt seit drei Jahren selbst am Steuer. „Im ersten Jahr habe ich nur zugeschaut. Mir war allerdings schnell klar, dass mir das zu langweilig ist“, erinnert sich die Bürokauffrau. Heute ist sie eine von nur etwa fünf weiblichen Teilnehmern, die sich in Drolshagen ans Steuer der Boliden trauen. Die Konkurrenz nimmt Laura gelassen: Seit sie mitfährt, hat sie sich jedes Mal den Siegerpokal in der Frauen-Wertung gesichert.

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Ein gemeinsames Hobby, das zusammenschwßt: Laura Hanfland und Sebastian Lübke teilen sich die Leidenschaft für geballte Pferdestärken auf zwei Rädern.

In Drolshagen gehen die 55 Starter in insgesamt vier Klassen in den Parcour: Front- und Heckantrieb, Allradantrieb, Eigenbau und Damen. In jeder Kategorie winken drei Pokale, zudem wird ein Gesamtsieger gekürt. Auszeichnungen gibt es außerdem für den schönsten und den schlimmsten Umbau, das lauteste Auto und die spektakulärste Fahrt. Eine ganz besondere Trophäe steht auch bei Sebastian Lübke im Schrank: Der Pokal für den Pechvogel des Jahres 2009. „Direkt im ersten Jahr meiner Teilnahme ist mein Straßenwagen auf dem Weg nach Drolshagen aufgrund eines Kabelbrands in Flammen aufgegangen“, lacht der Hobby-Motorsportler. Wie viel Zeit ihm noch bleibt, um seinen neuen Boliden fahrtauglich zu machen, ist – wie in jedem Jahr – noch ungewiss: Gefahren werden kann erst, wenn das Korn geerntet ist. „Derzeit gehen wir davon aus, dass das Korn Ende September eingefahren wird. Das diesjährige Stoppelfeldrennen findet damit voraussichtlich am 3. Oktober 2014 statt“, verrät Frank Ackerschott.

Texte: Silke Clemens  Fotos: Christian Feldmann

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