Steffen Richter – Top-Pilot in der 3D-Heli-Szene

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Steffen Richter gehört zu den Top-Pilot en der 3D-Heli-Szene. Sein Zuhause ist der AERO-Club Attendorn, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert.

Steffen Richter - Attendorn
3D-Pilot Steffen Richter ist extrem und extrem erfolgreich unterwegs.

Wenn Steffen Richter von „Tic-Toc“, „Piroflip“, „Pushover“ oder „Funnel“ spricht, verstehen die meisten erstmal nur Bahnhof. Anschaulich wird es, wenn er seinen „T-Rex 700“ durch die Luft jagt und ihn um alle Achsen tanzen lässt, der dann – sprechen wir mal unter Laien – an eine völlig durchgeknallte Riesenlibelle erinnert. „Es sind schon manchmal kranke Experimente“, grinst der 20-jährige Attendorner, der das 3D-Heli-Fliegen betreibt und für Schauflüge und Wettkämpfe rund um den Globus tourt. Seit fünf Jahren gehört er zum Heli-Team von Robbe, europäischer Marktführer im Hubschraubermodellbau, und ist einer der absoluten Toppiloten der weltweiten Szene. Was Richter an komplexen Abfolgen und millimetergenauen Manövern zeigt, ist faszinierend und hart an der Grenze des physikalisch Machbaren. Jedes Wochenende ist er unterwegs und steuert seinen Heli durch die komplette 3D-Palette. Quer durch Europa – oder es geht mal eben rüber in die USA oder nach Taiwan.

Der erste funkferngesteuerte Modellhubschrauber überhaupt wurde 1969 von dem deutschen Ingenieur Dieter Schlüter entwickelt. Erst über 20 Jahre später kam Anfang der 1990er das 3D-Helikopterfliegen in Amerika auf, schwappte schließlich über den großen Teich und verbreitete sich vor allem in den letzten Jahren rasant.

„Es gibt unendlich viele Figuren, immer etwas Neues. Eigentlich hört es nie auf“, erklärt Steffen Richter. Auf 220 Kilometer pro Stunde bringt es sein rund fünf Kilogramm leichter Modellflughubschrauber und ist damit schnell und wendig. Alles andere hat der Pilot in der Hand: Es geht um das perfekte Aussteuern, um Bruchteile von Sekunden, um höchste Konzentration und mentale Stärke, Fingerfertigkeit und Feingefühl. „Bei dem Flugstil darf man nicht mehr denken.“

HSR - AERO-Club Attendorn
Check vor dem Start: Steffen und Vater Heiko Richter

Mit 14 Jahren hat Steffen Richter das Hobby für sich entdeckt. Die Basics hatte er schnell im Griff, hartes Training, zunächst am Simulator, dann auf dem freien Feld, brachten ihn nach ganz vorne. „Ich habe viel Glück gehabt“, gibt er sich lieber bescheiden. Als er 15 war, wurde Robbe auf ihn aufmerksam. Seit Neuestem hat ihn auch Energy- Drink-Hersteller RedBull entdeckt, der mit extremen Sportarten die Leistung des eigenen Produktes unterstreicht.

„Den endgültigen Kick habe ich gekriegt, als ich verstanden habe, was überhaupt alles möglich ist“, erzählt Richter. Das war 2008 auf der Deutschen Meisterschaft in München. Bis dahin konnte er dem Modellflug eigentlich nur wenig abgewinnen. Und das, obwohl sein Vater, Heiko Richter, schon seit vielen Jahren mit dem Virus infiziert ist. Der 55-Jährige bevorzugt allerdings Scale-Helis, heißt originalgetreue Helikopter-Nachbauten, die nicht nur fliegerisch ein Genuss, sondern ebenso eine echte Augenweide sind.

im FLug

„Das ist was für ältere Semester“, sagt Sohn Steffen. „3D-Heli ist die PlayStation-Generation“, sagt Vater Heiko. Die beiden Richters sind Mitglieder im AERO-Club Attendorn, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. Heiko ist sozusagen Gründungsmitglied, war dabei, als man sich 1984 zum Verein zusammenschloss. Das grüne Fluggelände liegt „In der Stesse“ oberhalb der „Modschlade“. Mithilfe von Stadt und Kreis wurde 1987 die offizielle Aufstiegserlaubnis für Flugmodelle durch die Luftaufsichtsbehörde Münster erteilt. Über 50 Mitglieder jeden Alters über drei Generationen sind dort vom Fieber eines Sports gepackt, der heute so aktuell ist wie nie zuvor.

Air-Meeting 2014 - AttendornAllerdings nicht bei der Weiblichkeit. Frauen und Mädchen sind nur selten zu finden, in Attendorn noch gar nicht. Da ist man ganz unter Männern. Jeden Samstag trifft man sich auf dem Wiesengelände, um zu fliegen und zu fachsimpeln: Segel, Elektro- und Kunstflugmodellflieger oder eben Modellhubschrauber. Der Reiz des Hobbys liegt ganz einfach in seiner Vielseitigkeit. Und da vor dem Fliegen immer noch das Bauen kommt, braucht es ebenso gut handwerkliche Fähigkeiten wie Wissen um Aerodynamik und Elektronik – mal ganz abgesehen von der puren Leidenschaft. „Es ist einfach faszinierend, wie alles miteinander funktioniert. Wenn man einmal selbst geflogen ist, packt es einen“, sagt Steffen Richter, der auch einige Jahre Jugendwart des Clubs war. Ein Drittel der Mitglieder sind Heranwachsende mit Feuer und Flamme für ihr Hobby. „Es macht Spaß, wenn man die Entwicklung sieht. Cool“, findet der Heli-Spezialist. Es geht eben nicht nur um Flugasse mit ausgefeilten Modellen, sondern genauso darum, wie man mit wenig Aufwand und ganz einfach einsteigen kann.

WOLL-TippZum Geburtstag gibt es beim AERO-Club Attendorn am dritten Augustwochenende (16. / 17.08.2014) einen großen Flugtag. Ein buntes Spektakel und eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Hobby Modellflug  mit Jets, Warbirds, Helikoptern, Seglern, Motorfliegern und Turbinen-Jets und Turbinen-Helis hautnah mitzuerleben.

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