Mister SV Rothemühle

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Der langjährige Fußball-Obmann Ecki Wirth ist stolz auf seinen Verein

Der Fußball lässt Erhard Wirth, den alle nur „Ecki“ nennen, einfach nicht los. „Ich rege mich bei Spielen weiter so auf, als ob ich noch im Vorstand wäre“, lacht der langjährige Fußball-Obmann des SV Rothemühle beim Besuch der W.O.L.L.-Redaktion. Und der 62-Jährige war lange im Vorstand des Landesligisten aktiv.

Sage und schreibe 35 Jahre prägte der frühere kopfballstarke Vorstopper und Mittelstürmer das Vereinsleben.

Im März 2013 wurden Ecki Wirth und Vereinschef Friedhelm Dornseifer in einer emotionalen Jahreshauptversammlung verabschiedet. Als „Seelentröster, Beichtvater, Moderator und gern gesehener Gesprächspartner“ bezeichnete Kreisvorsitzender Joachim Schlüter Ecki Wirth, der viele Jahre „das Gesicht des SV Rothemühle in der Öffentlichkeit“ gewesen sei. Kein Wunder, dass der 62-Jährige, der bis vor einem halben Jahr bei der Leitstelle des Kreises Olpe gearbeitet hat, viel zu erzählen weiß.

Dem Fußball bleibt Wirth natürlich verbunden. „Ich bin weiter dabei und schaue mir die Spiele der ersten und der zweiten Mannschaft an. Wenn Not am Mann ist, kümmere ich mich um die Pässe. Gegen Ottfingen habe ich den Stadionsprecher gemacht.“ Die Arbeit in der ersten Reihe überlässt der gebürtige Freudenberger (aus Hohenhain) inzwischen aber anderen.

Als Ecki Wirth mit nur 28 Jahren seine Fußballkarriere nach einer schweren Verletzung aufgeben musste, floss die eine oder andere Träne. Nach einem Zusammenprall mit dem Listerscheider Eberhard Springob 1978 war nicht nur die Kniescheibe herausgesprungen. Die niederschmetternde Diagnose: Meniskus und Bänder gerissen, dazu noch ein Knorpelschaden. Auf Anraten seines Arztes musste Wirth die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängen.

Noch im gleichen Jahr begann die zweite Fußballkarriere des damals 28-Jährigen. Der A-Kreisligist SV Rothemühle suchte einen Nachfolger für Günter Alterauge als Fußball-Obmann. Ecki Wirth wurde prompt gewählt und betrat zusammen mit Heinz Brüser, der immer noch 1. Geschäftsführer des Vereins ist, die Funktionärsbühne.

Es sollten viele erfolgreiche Jahre für den SV Rothemühle werden. Der Höhepunkt war 2006 der Doppelaufstieg der ersten und der zweiten Mannschaft in die Landesliga und die Kreisliga A. „Das war der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte“, erinnert sich Ecki Wirth noch genau. Zu den „unvergessenen Spielen“ gehörte 1980 auch das Entscheidungsspiel um dem Aufstieg in die Bezirksliga. Immerhin 2.300 Zuschauer (!) wollten in Rhode sehen, wer von dem SV Rothemühle und der SG Finnentrop/Bamenohl das Rennen macht. Nach dem Aufstiegstriumph wurden die Rothemühler zu Hause von der Blasmusik Heid empfangen.

Auf die Erfolge seines Vereins ist Wirth, der 1975 seine spätere Ehefrau Inge aus Rothemühle kennengelernt hatte, stolz. „Was wir im kleinen Rothemühle geschaffen haben, kann sich sehen lassen. Man kennt uns von Gummersbach bis ins Ruhrgebiet.“ Und feiern konnten die Rothemühler auch. Früher gab es im Ort und in der Umgebung gleich fünf Kneipen. Legendär war der „fröhliche Alltag“ am Montagabend im Hotel zur Post, eine Art dritte Halbzeit. Inzwischen hat der kleine Ort in der Gemeinde Wenden keine einzige Gaststätte mehr.

Dramatische Tage erlebte der heute 62-Jährige in der Kreis-Leitstelle beim Jahrhundertsturm Kyrill. Damals kamen Ecki Wirth und seine Kollegen sowie der Krisenstab des Kreises Olpe kaum ins Bett. „Das war eine der größten Katastrophen, die wir hier miterlebt haben. Wir haben alle sehr viel Glück gehabt“, wird „Ecki“ Wirth für einen Augenblick nachdenklich.

Bei der Leitstelle war er ein Mann der ersten Stunde. Die neue zentrale Anlaufstelle löste 1980 den früheren Rettungsdienst in den Räumen der Feuerwehr Olpe ab. Hier hatte Wirth, bei der Bundeswehr zum Sanitäter ausgebildet, im Jahr 1972 angefangen. Dabei wollte der Unteroffiziersanwärter eigentlich zur Berufsfeuerwehr gehen. Feuerwehrmann ist Ecki Wirth – bei der Leitstelle im Rang eines Hauptbrandmeisters im Dienst – dann doch geworden: erst bei der Freiwilligen Feuerwehr Hohenhain und dann, seit Mitte der 1970er-Jahre, bei den Brandschützern in Olpe, wo er jetzt Mitglied der Ehren-abteilung ist. Alle Überlegungen, aus beruflichen Gründen nach Olpe umzuziehen, haben sich allerdings zerschlagen. Worüber neben Ehefrau Inge auch die Schwiegermutter „ganz froh war“, schmunzelt Wirth.

Ganz zum Schluss verrät der gebürtige Freudenberger noch das Geheimnis, warum in alle „Ecki“ nennen. „Wir hatten damals beim SSV 07 Freudenberg zwei Erhards. Da hat mich der Trainer Ecki gerufen.“ Und bis heute wird Erhard Wirth auch in der Familie nur „Ecki“ genannt.

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