„Lehrer der Welt“

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Freies Fotoprojekt offenbart die menschliche Seite eines Berufs.

Unterrichten, Erziehen, Beraten, Beurteilen und Innovieren. Subjektorientierung, G9, Zentralabitur und Bezirksregierung sind Begriffe, die das Berufsleben von Michael Wagener, einem aus dem Sauerland stammenden Gymnasiallehrer, bestimmen. 2011 tauschte Michael Wagener diese Worte gegen Abenteuer, Reisen und das erleben anderer Kulturen ein.

Der Kunstlehrer entschloss sich zu einer Auszeit im Rahmen eines Sabbatjahres und zu einer Weltreise. Ergebnis sind einige kleine Fotogeschichten und Projekte, die der Fotograf zum Beispiel in dem französischen Online-Magazin Mic Mag oder dem US-amerikanischen Subversify einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Heraus sticht eine intensive fotografische Auseinandersetzung mit Lehrerkollegen aus verschiedensten Kulturkreisen. In diesem offenen Projekt, für dessen Buchumsetzung Michael Wagener noch Sponsoren sucht, zeigt er in vielfältigen Porträts Lehrerkollegen und Kolleginnen und beschreibt in kurzen Texten die teilweise skurrilen Begegnungen an Orten wie Kairo in Ägypten, Kathmandu in Nepal, Siem Reap in Kambodscha oder San Francisco in den USA. In persönlichen Gesprächen erfährt Michael Wagener viel über subjektive Sichtweisen auf den Lehrerberuf. Ausgehend von der offenen Frage „Warum bist du jetzt Lehrer?“ werden persönliche Motive, Gedanken und Wege in den Beruf dargelegt. Dabei zeigen sich Michael Wagener die Unterschiede in der Arbeitssituation, aber auch in der anderen Wahrnehmung des sozialen Status eines Lehrers in anderen Gesellschaften.

So stolpert Michael Wagener in Kambodscha über den Australier Peter May, der mit einer Gruppe australischer Kinder eine Exkursion in das Drittweltland organisiert hatte. Zuhören ist die einzige Eigenschaft, die Peter May von einem guten Lehrer einfordert. Während Frau Elhendawy in Kairo eher vor der Problematik steht, Lerngruppen von bis zu 100 Schülern zu organisieren. In Haiti offenbart der Lehrer Dona Osler die Problematik der Korruption und erläutert, dass Schulkleidung in Haiti auch zum Schutz der Kinder bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit nützt, um sie als unschuldige Opfer zu identifizieren.

Krishna
Krishna Pyari Nakarmi in Kavre-Banepa, Nepal

Unter der Vielzahl der Lehrer beeindruckte Michael Wagener vor allem Krishna Pyari Nakarmi aus Nepal, die gegen alle staatlichen Widrigkeiten und gesellschaftlichen Vorurteile die erste Taubstummenschule in Nepal gründete und somit einer bis dahin ausgegrenzten Gruppe von Menschen Bildung ermöglichte. Zehn Monate war Michael Wagener unterwegs und bereiste 13 Länder, von Nordafrika über Nepal und Tibet, Südostasien, die USA bis Haiti. Auf seiner Homepage www.mwagener-photo.de finden sich viele Photoessays und weitere visuelle Eindrücke seiner Reisen. Mittlerweile kooperiert Michael Wagener mit dem jungen Berliner Start-up-Unternehmen photocircle.net, einer Internetplattform, auf der seine Bildmotive zum Kauf angeboten werden. Dabei fließt bis zur Hälfte des Erlöses automatisch an diverse internationale und soziale Hilfsprojekte.

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