Runkel – & Rübenfest auf dem Landgasthof Roscheid

Die in Vergessenheit geratene Tradition des Runkelschnitzens lässt die Familie Luke beim Runkel - & Rübenfest auf dem Landgasthof Roscheid wieder aufleben.

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WOLL Sauerland Roscheid

Bald ist wieder Halloween. Zahlreiche Kürbisse werden ausgehöhlt und verziert. Auch im Sauerland gibt es eine lange Tradition, bei der zum Martinstag Rüben in schaurig schöne Fratzen verwandelt werden, um die bösen Geister in der dunklen Jahreszeit zu vertreiben. Diese in Vergessenheit geratene Tradition des Runkelschnitzens lässt die Familie Luke vom Landgasthof Roscheid bei Attendorn nun wieder aufleben. Denn dort steht vom 11. bis 13. Oktober 2013 alles im Zeichen des ersten Runkel- & Rübenfestes. Bis in die 1980er-Jahre gehörten Rübenfelder zum festen Bestandteil der Landwirtschaft rund um den Biggesee. Doch die Runkelrübe als Futterrübe für Rinder und Schafe und der Verzehr von Rübengerichten als „Arme-Leute-Essen“ haben ausgedient. Zu aufwendig ist die Ernte, für die Futterrübenvollernter angeschafft werden müssen. Zudem kann es wegen des hohen Wassergehaltes leicht zu einer Entmineralisierung der Tiere kommen. Wer heute eine Rübe in Natura sehen möchte, muss diese meistens schon übers Internet bestellen.

Norbert Luke kann sich noch gut an die Rübenfelder erinnern. „Gerade bei uns im Ebbegebirge gab es weite Felder“, so der Initiator des Runkel- & Rübenfestes auf dem Landgasthof Roscheid. Und wie entstand die Idee zu diesem außergewöhnlichen Event? Nach dem erfolgreichen Kohlenmeilerfest im vergangenen Jahr suchte Norbert Luke nach einer neuen Veranstaltungsidee. „Zunächst dachten wir an ein Kartoffelfest. Aber das gibt es doch schon so oft. Dann habe ich mich an meine Kindheit und an das Runkelschnitzen erinnert.“

Da die Rüben in der heimischen Region nicht mehr angebaut werden, ließ Norbert Luke seine Kontakte spielen. Über die Landwirtschaftliche Hochschule in Soest machte er einen Rübenzüchter in Erkelenz ausfindig.

Und so wird sich der pfiffige Gastronom aus dem Sauerland Anfang Oktober mit einem Anhänger auf den Weg in den Kreis Heinsberg machen, um 200 Rüben mit einem Einzelgewicht zwischen fünf und sieben Kilo aufzuladen. Beim Runkel- & Rübenfest eine Woche später dürfen sich alle Besucher dann auf drei tolle Tage auf dem Landgasthof Roscheid freuen. Los geht es am Freitag, 11. Oktober 2013, wenn sich Groß und Klein, Kinder und Jugendliche, Eltern, Opa und Oma oder Partner in Gruppenarbeit zum Runkelschnitzen einfinden können. Alles, was mitgebracht werden muss, ist gute Laune und Schnitzwerkzeug. Geeignet sind Kartoffelmesser, Taschenmesser oder andere Werkzeuge. Die Rüben werden zunächst mit einem Löffel ausgehöhlt und dann mit Fratzen verziert. Wenn die Runkeln fertig geschnitzt sind, werden diese mit Kerzen beleuchtet und draußen ausgestellt. Angst vor schlechtem Wetter braucht dabei niemand zu haben, denn die Familie Luke wird an allen drei Tagen auf der geräumigen Terrasse des Landgasthofes ein Zelt aufgebaut haben. Gegen 18.30 Uhr werden die schönsten Rübenfratzen prämiert.

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Beate und Norbert Luke vom Landgasthof Roscheid freuen sich auf zahlreiche Besucher beim ersten „Runkel- & Rübenfest“.

Am Samstag, 12. Oktober 2013, kommen Nostalgiker voll auf ihre Kosten. Mit Klaus Strunk aus Oberhundem (www.ross-tours.de) kommt in der Mittagszeit ein richtiger Experte auf den Hof. Der aus Film und Funk bekannte Fachmann des historischen Holzrückens und anerkannte Züchter von Kaltblutpferden wird dem garantiert staunenden Publikum zeigen, wie früher geerntet wurde. „Holzrücken mit Fahrochsen und mit viel Hü und Hott“, freut sich Familie Luke über diesen Coup. Bei erneut beleuchteten Runkelrüben können Partysuchende bei der Musik von Wolfgang Allebrodt abends dann so richtig abfeiern. Der Sonntag steht im Zeichen des Frühschoppens, zu dem Manfred Klein aus Kirchhundem musikalisch beitragen wird. Und wer den kennt, der weiß, dass auch am dritten Tag des Runkel- & Rübenfestes garantiert keine Langeweile aufkommen wird. Der Eintritt ist an allen drei Tagen frei. Auch kulinarisch wird sich vieles um die Rübe drehen. Köstlichkeiten aus der Rübe und längst in Vergessenheit geratene Gerichte „von damals“ werden angeboten. Vom Steckrübenauflauf oder -salat bis zum Eintopf mit Blutoder Leberwurst wird das Runkel- & Rübenfest auch kulinarisch zu einem echten Herbsthighlight in unserer Region werden.

von Katja Schneider [Text], Familie Luke [Fotos]

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