Radroute Repetal

Über den “ Mount Hofkühl“ durchs Repetal

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Vor gut einem Jahr eröffnete die Hansestadt Attendorn mit der „Radroute Repetal“ den ersten Radrundweg im Stadtgebiet. Diese Route ist gut 20 Kilometer lang und hat zusätzlich etwa 13 Kilometer Verbindungswege. Auf der gesamten Tour werden zwar einige Meter Höhen-unterschied überwunden, belohnt wird der Radler jedoch mit der Schönheit des Repetals. Denn diese Region reizt nicht nur mit ihren hübschen Fachwerkhäusern und der hügeligen Landschaft. Das Bundesgolddorf Niederhelden, das im Herzen des Repetals liegt und 2009 prämiert wurde, ist immer einen Besuch wert. Auch die größeren Orte Helden und Dünschede sowie alle anderen kleinen Dörfer und Bauernschaften im Repetal haben ihren Charme. Hinweistafeln, die die Stadt Attendorn an zahlreichen Stellen der Radroute aufgestellt hat, informieren unterwegs über Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.WOLL SAuerland: Radroute Repetal

Da die „Radroute Repetal“ ein Rundweg ist, kann man an jeder beliebigen Stelle einsteigen und die Route in beide Richtungen befahren. Ich entscheide mich für den Wanderparkplatz auf der linken Seite der Heldener Straße, ungefähr einen Kilometer bergauf hinter der Burg Schnellenberg. Von dort folgt man sowohl der offiziellen Radwegbe-schilderung (rote Schrift auf weißem Grund) als auch dem markanten grünblauen Logo der Radroute. Zunächst geht es ein paar Kilometer durch den Wald in Richtung Ziegenberg bei Dünschede. Wald? Ja genau. Die „Radroute Repetal“ ist in erster Linie für Familienräder und Mountainbikes geeignet. In Zusammenarbeit mit einigen heimischen Rennradsportlern gibt es jedoch eine Alternativstrecke für die Radsportler auf den ganz dünnen Reifen, die die Hansestadt neben zahlreichen Infos auf ihrer Internetseite www.attendorn.de/radrouterepetal als Karte und mit GPS-Daten veröffentlicht hat.

Heute bin ich jedoch mit dem Mountainbike unterwegs und erreiche nach dem schönen Auftakt im Wald die Ortschaft Dünschede. Wer etwas Zeit hat, kann kurz von der Route abweichen und sich ein wenig Zeit für die St.-Martinus-Kirche neben der Radroute nehmen. Mit großem Aufwand wurde die Dünscheder Kirche in den 1990er-Jahren umfassend renoviert. Seitdem verbindet sich Romanik mit Moderne. Im Altarraum zu sehen sind die Pfingstszene, St. Martin und die Dorfpatronin St. Agatha.WOLL Sauerland - Radroute Repetal

Von Dünschede aus geht es unterhalb von Silberg hinunter nach Röllecken. An der Repetalstraße angekommen wird es etwas kniffelig, was die Orientierung angeht. Die Radschilder zeigen entweder nach links in Richtung Finnentrop oder nach rechts in Richtung Niederhelden. Doch um auf der „Radroute Repetal“ zu bleiben, muss ich die Hauptstraße überqueren und über eine kleine Holzbrücke fahren. So komme über Röllecken nach St. Claas. Dort mache ich einen kleinen Umweg in Richtung Kreisverkehr und nehme mir kurz Zeit für die Nikolausgrotte, die von der emsigen Dorfgemeinschaft von St. Claas liebevoll gepflegt wird.

Dann fahre ich über den neuausgebauten Radweg neben der Repetalstraße in Richtung Niederhelden, das wunderbare Bundesgolddorf. Zeit für eine erste kleine Pause, denn die zahlreichen Restaurants hier laden einfach zu einer Tasse Kaffee und einem Eisbecher ein. Weiter geht’s nach Helden. Auch dort ist die denkmalgeschützte St.-Hippolytus-Kirche immer einen Foto-Stopp und einen Kurzbesuch wert. In der dortigen Krypta wurden 1935 romanische Malereien freigelegt, so auch eine Gewölbemalerei, die zu den ältesten Malereien dieses Stils in Westfalen gehören. Und außerdem ist diese Kirche einer der Hauptorte in dem tollen Roman „Der Kallenboel“ von Achim Gandras.

Von Helden geht es über den Radweg weiter nach Repe, wo rund um das Dorfgemeinschaftshaus im vergangenen Jahr die offizielle Eröffnung der „Radroute Repetal“ mit einem schönen Familienfest stattfand.

Dann wird es sportlich. Die mäßige Steigung nach Rieflinghausen lässt einem noch Zeit zum Chillen auf dem Rad. Doch dann kommt er, der Berg: hoch in Richtung Hofkühl. Er gewährt einem zwar einen traumhaften Ausblick hinunter ins Tal, verlangt dafür aber den einen und anderen festen Pedaltritt. Spätestens hier werden Eltern ihre Kinder mit einem Eisversprechen locken müssen …

Doch bevor dieses eingelöst werden kann, geht es zunächst einmal weiter. Zum Glück bergab. Noch vor der Biggeseestraße, die in Richtung Olpe führt, geht es rechts in den Wald. Am Wildgehege „Hubertusgatter“ habe ich leider keine Zeit für einen Plausch mit den Rehen, denn der letzte respektable Anstieg steht auf dem Programm. Die Hauptstraße überquerend folge ich der Radwegbeschilderung und lande nach gut zwei Kilometern bergauf wieder am Ausgangspunkt der Tour. Von dort lasse ich mir bei der Abfahrt über die leider vielbefahrene L 697 den Fahrtwind ins Gesicht wehen und lande mit vielen schönen Impressionen im Gepäck wieder in Attendorn. Und dem festen Vorsatz, diese wunderbare Route durchs Repetal schon bald wieder in Angriff zu nehmen.WOLL SAuerland: Radroute Repetal

 

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