Das Gartenparadies von Susanne Stumpf

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WOLL Sauerland Susanne Stumpf
Susanne Stumpf genießt die Zeit im Garten mit ihrem Ehemann Werner.

Von Marcus Tullius Cicero stammt der berühmte Satz: „Wenn Du einen Garten und dazu eine Bib-liothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Der römische Philosoph wird dabei ganz besondere Menschen im Kopf gehabt haben. Menschen wie Susanne Stumpf aus Repe.

Denn die gebürtige Heldenerin nennt einen Garten ihr eigen, der mehr als nur eine Aneinanderreihung von Pflanzen und Bäumen ist. Susanne Stumpf hat mitten im Sauerland ein wahres Gartenparadies erschaffen.

Und das innerhalb von nur neun Jahren. Denn erst seit Februar 2004 wohnt Susanne Stumpf mit ihrem Mann Werner (Susanne Stumpf: „Mein bester Rasenmäher“) in dem kleinen Dörfchen Repe vor den Toren Attendorns. Mit der Pflanzung von Apfel- und Kirschbäumen begann das „Abenteuer Garten“ für Susanne Stumpf, die, wie könnte es auch anders sein, an mehreren Tagen in der Woche im Gartencenter des Raiffeisenmarktes in Drolshagen tätig ist. Nach den Bäumen kamen die Blumen, die Beerensträucher und viele heimische Pflanzen und Wildkräuter. Und die führten zu einem Dialog mit ihrer Mutter, an den sich Susanne Stumpf gerne schmunzelnd erinnert. „Meine Mutter meinte: ,Das Unkraut geht Dir
in die Pflanzen‘ – ,Das soll es ja auch‘ war meine Antwort.“

Dieses Spiegelbild ihrer inneren Einstellung, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen, ließ das 700-m2-Grundstück der Familie Stumpf in Laufe der Jahre zu einer prächtigen Mixtur aus Natur- und Nutzgarten mit einem ganz eigenen, starken Charakter wachsen. Die Schönheit der Rose trifft auf den Geschmack von Bärlauch und Löwenzahn in Suppe oder Butter. „Und was gibt es Schöneres als ein Bad mit Rosenblüten aus dem eigenen Garten?“ Da leuchten die Augen von Susanne Stumpf nicht zum ersten Mal während unseres Gespräches.
Zu den Kräutern, Blumen, Sträuchern, Bäumen und anderen Pflanzen kommen unzählige Gegen-stände wie alte Flaschen oder Holzkisten, die von ihren Mit-menschen als Sperrmüll oder unbedacht weggeworfen wurden und nun aufgearbeitet im Garten der Familie Stumpf einen Platz gefunden haben. „Ich finde manche Sachen im Wald und mache mir Gedanken, wie ich diese gestalten kann. Meistens klappt das dann auch.“

Susanne Stumpf hat mehr als nur den berühmten Grünen Daumen. Eine auch für Nicht-Experten wie die Verfasserin dieses Berichtes, die sich gerade einmal über die Farbenpracht eines Blumenstraußes freut, geradezu ansteckende Begeisterung für den Garten und die damit verbundene immense Arbeit fast das ganze Jahr über lässt erahnen, dass bei Susanne Stumpf vieles aus dem Inneren heraus kommt. „Der Garten ist nicht nur Freude, sondern sogar eine Berufung für mich!“
Doch woher hat Susanne Stumpf, die im Jahr 2010 von der Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ mit einem Sonderpreis für ihre Gartengestaltung ausgezeichnet wurde, all das Wissen und die Kenntnisse? „Learning by doing“, lächelt einen Susanne Stumpf an. „Das kommt bei mir einfach aus dem Kopf heraus. Manchmal inspiriert mich ein Blick in fremde Gärten, wenn ich mit meiner Freundin Ingrid Wandern gehe.“

Nicht nur Pflanzen und Bäume sind bei Susanne Stumpf in besten Händen. Der Besuch in ihrem Garten ist einfach nur „tierisch gut“. Neben ihren drei eigenen Hauskatzen nistet auch gerne Mal eine Drossel im Garten, überwintert der Igel in Repe und geben sich Bienen und Wildhummeln ein Stelldichein im angelegten Insektenhotel. Und was ist mit eher unbeliebten Gästen wie der Nacktschnecke? Auch dabei setzt Susanne Stumpf auf den Lauf der Natur und „engagiert“ ein paar Gehäuseschnecken, die die Eier der Nacktschnecken fressen.

Und im Garten der Familie Stumpf hat sich dabei sogar eine echte Love-Story abgespielt. „Einmal hatten wir ein Specht-Männchen zu Gast. Ein Jahr später war er wieder bei uns, diesmal mit seiner Gattin. Es schien ihnen hier sehr zu gefallen“, lächelt einen Susanne Stumpf wieder einmal an, da es um die Natur und das damit verbundene Schauspiel geht. Gefallen haben auch ihre beiden Enkel – das dritte Enkelkind ist unterwegs – und natürlich Ehemann Werner, der oft anpackt, an diesem natürlichsten aller Spielplätze. Und ihre Mutter hat sich auch längst an den Garten der etwas anderen Art gewöhnt.

Sind Gartenfreunde glücklichere Menschen? Auch auf diese Frage weiß Susanne Stumpf eine bemerkenswerte Antwort: „Viele Menschen wollen in der Natur leben, aber nicht mit ihr. Mein Garten ist meine Erholung und mein Urlaub.“

Ja, Marcus Tullius Cicero hatte Recht.

Text / Foto: Katja Schneider

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