125 Jahre Kolpingsfamilie Attendorn

Eine lange Geschite

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WOLL Sauerland 125 Jahre Kolpingsfamilie Attendorn
Unser Bild entstand auf der Mitgliederversammlung im Februar dieses Jahres und zeigt einen Teil der Vorstandsmitglieder der Kolpingsfamilie Attendorn und das Neumitglied Rosemarie Münch (dritte von links).

Seit nunmehr 125 Jahren gibt es die Kolpingsfamilie in Attendorn. Eine lange Zeit, in der der Gesellenverein in vielerlei Hinsicht das Leben in Attendorn durch die vielfältigsten Aktivitäten und Zusammentreffen mitgeprägt und bereichert hat.

Das Jubiläumsjahr wird feierlich begangen. Zunächst stand eine Fahrt nach Köln zur Grabeskirche von Adolph Kolping am 26. Mai auf dem Programm. In der Minoritenkirche, am Grab von Adolph Kolping, wurde eine heilige Messe mitgefeiert, an der auch Präses Pastor Johannes Epkenhans als Konzelebrant teilnahm. Zuvor besichtigten die Attendorner im Geburtshaus von Adolph Kolping in Kerpen das Kolping-Museum.

Am Sonntag, 22. September 2013, beginnt um 10 Uhr die offizielle Feier mit einem Pontifikalamt im Sauerländer Dom, an dem der Hauptzelebrant Weihbischof Manfred Grothe aus Paderborn sein wird. Als Konzelebranten sind neben dem derzeitigen Präses Pastor Johannes Epkenhans auch alle Präsides eingeladen, die in den letzten Jahrzehnten der Attendorner Kolpinggemeinschaft mit Rat und Tat zur Seite standen. Vorsitzende Anja Goebel hat deshalb die Geistlichen Jörg Cordes, Guido Potthoff, Andreas Sofka, Raimund Kinold, Hans-Gerd Westermann, Heinz Volmer, Anton Köster, Reinhold Theune, Josef Vorderwülbeke, Ludger Vornholz und Franz Rinschen angeschrieben und, soweit es ihre Gesundheit und Zeit zulassen, um Teilnahme gebeten. Nach dem Festhochamt findet im Attendorner Kolpinghaus ein Festakt mit Grußworten, Ansprachen sowie einem Vortrag statt. Am 8. Dezember, genau am 200. Geburtstag von Adolph Kolping, wird außerdem der Kolpinggedenktag begangen.

97 Mitglieder hat die Attendorner Kolpingsfamilie derzeit. Vorsitzende ist seit dem Jahr 2010 Anja Goebel. Sie sagt: „Die Kolpingsfamilie Attendorn ist eine moderne Bildungs- und Lebensgemeinschaft, die auf christlich-sozialer Basis alle Alters- und Lebensbereiche umfasst. Wir verstehen uns als soziales Netzwerk, das gekennzeichnet ist von der Fürsorge und der Verantwortung der Mitglieder füreinander.“ Im Vorstand aktiv sind im Jubiläumsjahr desweiteren Pastor Johannes Epkenhans (Präses), Marcus Maiworm (u. a. stellv. Vorsitzender und Schriftführer), Georg Kleine (Kassierer), Jochen Springob (Gesellschaft und Gemeinde), Otti Remmel (Musik, Theater und Brauchtumspflege), Sigrid Trilling (Seniorenarbeit), Hans-Joachim Stumpf (Beisitzer) und Gertrud Schulte (Beisitzer).
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Die Geschichte der Kolpingsfamilie Attendorn ist lang. Sie begann am 9. Dezember 1888, als sich 32 junge Männer zur Gründung des Gesellenvereins trafen. Im Jahr 1913 hatten die Kolpingbrüder großes Glück: Pfarrer a. D. Klein schenkte dem Gesellenverein Grundstück und Haus an der Promenade (heute Ostwall 95). Nach dem Tod von Pfarrer Klein konnte man Pfingsten 1925 in das eigene Heim einziehen. 1938 wurde der Gesellenverein von den Nazis verboten und das Grundstück mit Gebäude an die Kirchengemeinde Attendorn überschrieben. Durch den Luftangriff am 28.3.1945 wurde das Kolpinghaus völlig zerstört und im März 1946 abgebrochen. Die Rückgabe des Trümmergrundstücks von der Kirchengemeinde an die Kolpingsfamilie erfolgte im Jahre 1948. Mit der Absicht, das zerbombte Gesellenhaus wieder aufzubauen, traf sich der Träger, der Kolpinghaus e. V., am 5. Januar 1956 mit Vikar Grosche, Josef Brake, August Schulte, Theodor Frey, Alois Albus und Hugo Schmidt.

Es wurde eine ordentliche Generalversammlung einberufen und bereits am 23. Januar 1956 der Kolpinghaus e. V. neu gebildet. In einer außerordentlichen Generalversammlung am 12. Juni 1955 wurde der Wiederaufbau des Kolpinghauses formell beschlossen. Wie immer gab es auch hier treibende Kräfte. Sie waren in Präses Vikar Grosche, Alfons Köhler als Finenzchef sowie Herbert Burghaus und Walter Viegener, die dem Arbeitsausschuss angehörten, zu sehen. Am 15. Novem-ber 1957 stand ein schmuckes neues Kolpinghaus am Ostwall 95 und wurde durch die feierliche Segnung durch Dechant Köster der Bestimmung übergeben.

Der Träger des Kolpinghauses, der Kolpinghaus e. V. besteht im Jahr 2013 aus folgenden Mitgliedern: Georg Kleine (Vor-sitzender), Karl-Josef Rutz (Kassierer), Bernd Goebel (Schrift- führer), Josef Schulte, Georg Ortmann, Karl-Georg Hoffmann, Clemens Burghaus, Jochen Springob, Sigrid Trilling, Hans-Joachim Stumpf, Walter Viegener, Herbert Stinn, Karl Brocksieper und Rudolf Greitemann. Geborene Mitglieder sind Pastor Josef Vorderwülbeke, Anja Goebel und Präses Pastor Johannes Epkenhans.

Lange Jahre organisierte Herbert Burghaus ein Fahrtenprogramm, das die Kolpingschwestern und -brüder von der Ostsee bis zum Bodensee, von Israel über Rom, Frankreich, Jugoslawien, Prag, Schottland, Norwegen, Finnland bis hin nach Moskau und Leningrad führte. In Rom fand man in Franziskanerpater Friedhelm Scheiwe einen ausgezeichneten Fremdenführer. Pater Friedhelm verbrachte später einige Jahre seines Lebensabends im damaligen Franziskanerkloster Attendorn.

Den Zusammenhalt der Kolpingsfamilien zeigt folgende Begebenheit: Nach dem Krieg halfen auch Attendorner Kol-pingsöhne bei der Entschuttung der Minoritenkirche in Köln, der Grabeskirche von Adolph Kolping. Aus diesem Kreis lebt noch der Gärtner Herbert Peters (84), der sich noch gut daran erinnert, dass man im Jahr 1946 mit einem Lkw mit Holzvergaser der Firma Imbert nach Köln fuhr. Mitgenommen hatte man Kartoffeln, die im Kölner Kolpinghaus für die Verpflegung dringend gebraucht wurden. Die Kartoffeln waren auf der Hinfahrt auch die Sitzgelegenheit für die 16 Attendorner Kolpingsöhne. „Wenn wir durch ein Schlagloch fuhren, flogen wir erst einmal entsprechend hoch“, berichtete Zeitzeuge Herbert Peters.

Im Kolpinghaus, das durch die Bomben teilweise zerstört war, wurde übernachtet. Zwei Tage arbeiteten die Hansestädter mit Hacke und Schüppe; am zweiten Tag wurden sie verstärkt durch eine zweite Gruppe Attendorner Kolpingsöhne, die mit einem offenen Lkw von Hugo Kost, ebenfalls mit Holzvergaser ausgerüstet, für einen Tag zur Entschuttung nach Köln gefahren waren und nun mithalfen, den Schutt in Eisenbahnloren zu kippen.

Zum Abschluss gab es eine eindrucksvolle Gebetsstunde und die Kolpingsöhne sangen anschließend gemeinsam mit kräftiger Stimme „Vater Kolping lebe hoch“.

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